Am 1. März ist Equal Care Day. Ein Aktionstag, der auf eine unbequeme Realität aufmerksam macht: Sorgearbeit ist in unserer Gesellschaft noch immer ungleich verteilt – und häufig unsichtbar.
Care-Arbeit bedeutet: Kinder erziehen, Angehörige pflegen, zuhören, organisieren, trösten, begleiten. Ohne diese Arbeit würde unser Alltag nicht funktionieren. Und doch wird sie überwiegend von Frauen geleistet – oft unbezahlt oder schlechter bezahlt als vergleichbare Tätigkeiten in anderen Bereichen.
Der Equal Care Day fällt bewusst auf den 29. Februar – oder in Nicht-Schaltjahren auf den 1. März. Ein Datum, das es eigentlich „nicht richtig gibt“. So wie Care-Arbeit oft nicht richtig gesehen wird.
Care-Arbeit und wirtschaftliche Ungleichheit hängen zusammen
Wer Sorgearbeit übernimmt, arbeitet häufiger in Teilzeit, unterbricht die Erwerbsbiografie – und verdient langfristig weniger. Das wirkt sich bis ins Rentenalter aus. Deshalb steht der Equal Care Day auch in engem Zusammenhang mit dem Equal Pay Day am 27. Februar.
Gleichstellung endet nicht am Werkstor. Sie beginnt im Alltag – in Familien, in Pflegeeinrichtungen, in Kitas, in Krankenhäusern und überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
Care-Arbeit ist kein „Privatproblem“. Sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Und sie verdient Anerkennung, faire Bezahlung und politische Priorität.
Noch bis zum 3. Mai 2026 zeigt das Museum der Arbeit die Ausstellung
„CARE! Wenn aus Liebe Arbeit wird“.
Sie beleuchtet die gesellschaftlichen Strukturen von Care-Arbeit, fragt nach Wertschätzung, Verteilung und Gerechtigkeit – und macht sichtbar, was sonst oft im Verborgenen bleibt.
Ich lade Sie herzlich zu einem gemeinsamen Ausstellungsgespräch ein:
🗓 Montag, 30. März 2026
⏰ 19:30 Uhr
📍 Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, Hamburg
Im dialogisch angelegten Gespräch „Do you care?“ gehen wir gemeinsam der Frage nach, wer sich um wen kümmert – und warum Care-Arbeit so häufig übersehen wird.
Eigene Erfahrungen, Fragen und Perspektiven sind ausdrücklich willkommen.
Die Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich.
FOTO: Ralf Iben (Graffiti von Kai Wohlgemuth alias “Uzey”, 30.04.2020 in Hamm, picture alliance)
