Straßenumbenennung: Traute-Lafrenz-Straße in Alsterdorf

Manche politischen Momente bleiben einem besonders im Gedächtnis – weil sie nicht nur Verwaltungshandeln sind, sondern Haltung zeigen. Die Umbenennung des nördlichen Teils der Hindenburgstraße in Traute-Lafrenz-Straße ist für mich genau so ein Moment.

Schon als Bezirksabgeordnete in Hamburg-Nord habe ich mich gemeinsam mit meiner Fraktion dafür eingesetzt, dass dieser Straßenname nicht länger einen umstrittenen Repräsentanten der Weimarer Republik ehrt, sondern stattdessen eine Frau, die für Mut, Menschlichkeit und Widerstand gegen das NS-Regime steht.

Traute Lafrenz wurde 1919 in Hamburg geboren. Während ihres Medizinstudiums lernte sie Margarete Rothe kennen, mit der sie sich später gemeinsam im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagierte. Durch ihren Wechsel an die Universität München kam sie in Kontakt mit Hans und Sophie Scholl und schloss sich der Weißen Rose an. 1942 brachte sie Flugblätter der Gruppe nach Hamburg und half mit, auch hier ein Netzwerk des Widerstands aufzubauen.

Nach der Verhaftung der Geschwister Scholl wurde auch Traute Lafrenz von der Gestapo festgenommen und vor dem sogenannten Volksgerichtshof angeklagt. Ihre Befreiung durch alliierte Soldaten rettete ihr vermutlich das Leben. Nach dem Krieg wanderte sie in die USA aus, beendete ihr Medizinstudium und leitete später eine Schule für Kinder mit geistiger Behinderung. Für ihren Mut wurde sie 2019, zu ihrem 100. Geburtstag, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Mit dieser Umbenennung ehren wir eine große Hamburgerin und setzen ein sichtbares Zeichen dafür, dass unsere Stadt sich nicht nur erinnert, sondern auch Verantwortung übernimmt. 

Ich bin dankbar, dass ich diesen Weg politisch mitgestalten durfte und freue mich sehr, dass die Senatskommission für die Benennung von Verkehrsflächen nun auf Vorschlag des Bezirks Hamburg-Nord diese Umbenennung beschlossen hat.